Sidewalk Astronomie

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Aktuelle Ankündigung:

Wir laden herzlich ein zur Beobachtung des Merkurtransits in Eichstätt

am 9. Mai 2016 im Willbald-Gymnasium

Beginn: 13:10 Uhr
Ende: 20:30 Uhr

Alle interessierten Besucher sind herzlich willkommen und können bei klarem Himmel das Ereignis an speziellen Teleskopen der Astronomiefreunde mitverfolgen.

Der Merkurtransit 2016
Am 9.5.2016 findet ein Merkurtransit statt. Dabei wird der Planet – von der Erde aus gesehen – nicht unsichtbar oberhalb und nicht unterhalb der Sonne vorbei laufen, sondern vor der Sonne.Da Merkur eine kürzere Umlaufzeit um die Sonne hat, aber seine Bahnebene gegenüber der Ebene der Erde leicht geneigt ist, ist ein solcher Durchgang nicht bei jeder Überrundung sichtbar. Das letzte Mal war das in Deutschland 2003 der Fall.
Merkur wird 13.12Uhr MESZ beginnen, vor die Sonnenscheibe zu treten und bereits 13.15Uhr komplett vor der Sonne zu sein (2. Kontakt). In Laufe des Nachmittags können wir das Überholmanöver des innersten Planeten verfolgen, wobei die größte Phase, die zeitliche Mitte des Ereignisses, um 16.56Uhr liegt. Auf den Koordinaten von Eichstätt ist das Ende des Ereignisses ziemlich genau bei Sonnenuntergang (20.37Uhr 3., 20.40Uhr 4. Kontakt, also Ende), wenn die Luftunruhe eine Beobachtung mit der erforderlichen Vergrößerung kaum ermöglicht. Es stehen aber ab 13.00Uhr bis die Sonne gegen 19.30Uhr hinter den Eichstätter Hängen untergeht, Teleskope mit der zwingend erforderlichen Filterung und ein Sonnenprojektor zur Verfügung. Dabei wird eines der Teleskope nicht nur etwaige Sonnenflecken, sondern auch Eruptionen und andere Erscheinungen der Chromosphäre der Sonne sichtbar machen. Die Beobachtung mit all diesen Geräten ist bei sachgemäßem Umgang ungefährlich.

ACHTUNG: Die Beobachtung der Sonne ist NUR mit geeigneten Sonnenfilter für die Augen ungefährlich! Innerhalb kürzester Zeit werden Augen dauerhaft geschädigt, wenn mit einem ungefiltertem Fernglas oder Teleskop etwas Derartiges versucht wird. Eine Sonnenfinsternisbrille ist wg. der geringen Größe Merkurs nicht ausreichend.

Der nächste Merkurtransit ist schon/erst im November 2019 errechnet, wird aber nicht so gut sichtbar sein.

Die Veranstaltung findet auf der Sonnenterrasse in 1.Stock auch bei Bewölkung oder Regenschauern statt, da immer wieder mit Wolkenlücken gerechnet werden kann. Eine gute Ausschilderung ist vorhanden.Google-Maps Link zum Beobachtungsplatz

Wir freuen uns auf Euren Besuch und einen hoffentliche klaren Himmel! :-)

 

Vergangene Aktionen:
1. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (09.11.2013) – Bericht und Bilder
2. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (10.03.2014) – Bericht und Bilder
3. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (28.02.2015) – Bericht und Bilder
4. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (24.10.2015) – Bericht und Bilder
5. Ingolstädter Sidewalk Astornomie (19.03.2016) / Astronomietag – Bericht und Bilder

Tag der Astronomie in Eichstätt (06.04.2014) – Bericht und Bilder
Sonnenfinsternis in Eichstätt 21.03.2015) – Bericht und Bilder
Beobachtungsabend auf der Willibaldsburg (28.06.2015) – Bericht und Bilder

 

„We don´t make telescopes for us to use in our backyards and then go to bed.
We make simple scopes for people to use.“

Diese und andere Ideen des wohl bekanntesten Amateurastronomen John Dobson († 15.01.2014) unserer Zeit waren es, die seit den späten 1960er Jahren Sternfreunde auf der ganzen Welt inspirieren.
Ursprünglich waren es ganz persönliche Gedanken und Fragen zum Universum, die ihn in seiner langen Zeit als Mönch in San Fransisco beschäftigten und schließlich dazu brachten, sich intensiv mit der Himmelsbeobachtung zu beschäftigen. Weil er als Mönch gelobte in Armut zu leben, konnte er sich kein Teleskop kaufen. Also schliff John Dobson Flaschenböden zu Spiegeln, sammelte Pappröhren von Baustellen und alles, was er auftreiben konnte, um sich eigene Teleskope zu bauen. Statt auf eine komplizierte Montierung setzte er seine Teleskope beweglich auf einen einfachen Sperrholzkasten („rockerbox“). Dieser effiziente, kanonenähnliche Aufbau entwickelte sich schließlich zu einem Erfolgskonzept, das bis heute als „Dobson Teleskop“ in der Amateurastronomie weite Verbreitung findet.

32dobson32,5″ Dobson am BTM (Osterberg, Pfünz)

„It´s made out of garbage.“

Obwohl seine frühen Teleskope keinen übermäßig hohen Wert darstellten, Dobson sie oft als überdimensionierte Blumentöpfe oder Möbelstücke tarnte und mit der Außenwelt bald nur noch verschlüsselt kommunizierte, stellte sein Orden ihn irgendwann vor ein Ultimatum: Kirche oder Astronomie. Dobson entschied sich für Letztere und gründete schließlich 1967 die berühmten „Sidewalk Astronomers“ (Gehsteig-Astronomen) in San Francisco. Was mit einer kleinen Gruppe von Hobbyastronomen begann, die ihre Teleskope am Straßenrand aufstellten, um interessierten Passanten tiefe Einblicke in den Nachthimmel zu ermöglichen, hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Organisation entwickelt.

„I´m interested in wondering about the universe.“

Tatsächlich sind es die Freude daran, die Begeisterung für die Himmelsbeobachtung und die faszinierenden Eindrücke mit anderen zu teilen sowie der Spaß an Öffentlichkeitsarbeit, der die Gehsteig-Astronomen antreibt.
Nach diesem Vorbild und inzwischen jahrzehntealten Tradition möchten wir auch in Ingolstadt allen Menschen ermöglichen, die kraterübersäte Mondlandschaft, den Ringplaneten Saturn, Finsternisse und andere besondere Phänomene mit eigenen Augen zu erleben. Hierfür bauen wir unsere Teleskope entgegen der Gewohnheit nicht nur an den dunklen und schwer zugänglichen Orten fernab der Stadt auf, sondern direkt auf belebten Plätzen wie z.B. dem Ingolstädter Theaterplatz, Baggersee oder Klenzepark.
Auf diesem Weg zeigen wir, dass Astronomie und damit verbundene Eindrücke nicht nur einem kleinen, elitären Kreis vorbehalten sein muss, sondern mit relativ kleinem Aufwand und wenig Vorwissen für alle erlebbar gemacht werden können.
Und weil wir diesen allgemeinbildenden und kulturellen Beitrag aus langjähriger Überzeugung und Leidenschaft leisten, ist unser Angebot absolut unkommerziell und grundsätzlich kostenlos.
Einzige Bedingung für alle Interessierten ist die Bereitschaft, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen!

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Interessante Links:

John Dobson (Wikipedia)
Erding Sidewalk Astronomers (ESA)
Sidewalk Astronomers (international)