Sidewalk Astronomie

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Aktuelle Ankündigung:

Einladung zur 6. Ingolstädter Sidewalk Astronomie

Samstag, 4. März
18-22 Uhr
Theatervorplatz, Ingolstadt – Link Google Maps

Nur bei klarem Himmel!
(Wir behalten uns vor, die Veranstaltung bei schlechtem Wetter bis 2 Stunden vor geplantem Beginn abzusagen)

Am Samstag, den 4. März, laden die Astronomiefreunde Ingolstadt zum 6ten Mal zur „Ingolstädter Sidewalk Astronomie“ auf dem Theatervorplatz in Ingolstadt ein.
Bei klarem Himmel werden Hobbyastronomen aus der Region ab 18 Uhr bis 22 Uhr verschiedene Teleskope zur öffentlichen Himmelsbeobachtung aufstellen und nach dem Vorbild der weltweit verbreiteten „Gehsteigastronomie“ interessierten Passanten kostenlos die Möglichkeit bieten, u.a. die kraterübersäte Landschaft unseres Mondes mit eigenen Augen zu erleben.
Noch in der Dämmerung bis etwa 19 Uhr sehen wir tief im Westen unseren strahlenden Nachbarplaneten Venus, auch bekannt als „Abendstern“, der im Teleskop bereits eine deutliche Sichelgestalt zeigt. Auch wenn uns Venus mit ca. 50 Mio. Kilometern Entfernung aktuell relativ nahe kommt, wird sie sich noch im März vom Abendhimmel verabschieden.
Unserer äußerer Nachbarplanet Mars ist ebenfalls sichtbar, erscheint jedoch aufgrund seiner derzeit enormen Entfernung von über 300 Millionen Kilometern noch sehr klein im Teleskop. Oberflächenstrukturen sind daher kaum oder nur sehr schwierig sichtbar.
Nach Ende der Dämmerung gegen 19:30 Uhr zeigt sich im Süden das markante Sternbild des Orion. Mit etwas Glück kann hier trotz der starken Lichtverschmutzung durch Stadt und Mondlicht der Orionnebel ansatzweise erkannt werden. Bei diesem interessanten Objekt handelt es sich um ein gewaltiges, ca. 1.300 Lichtjahre entferntes Sternentstehungsgebiet innerhalb unserer Milchstraße. Am ländlichen, dunklen Nachthimmel (ohne Mond) ist dieser Sternnebel bereits leicht mit bloßem Auge sichtbar. Etwas mehr als eine Handbreite neben dem Mond gibt es ein weiteres, ebenfalls mit bloßem Auge sichtbares Objekt: Die Plejaden (auch bekannt als „Siebengestirn“), bilden einen der auffälligsten offenen Sternhaufen, die wir von der nördlichen Halbkugel aus sehen können.
Die erste Aktion dieser Art in Ingolstadt wurde bereits im November 2013 von Peter Maier zusammen mit den Astronomiefreunden Ingolstadt initiiert, einer seit über 4 Jahren bestehenden und stetig wachsenden Gruppe von Hobbyastronomen aus der weiten Region. Auch wenn der lichtverschmutzte Stadthimmel normalerweise nicht zu ihren bevorzugten Beobachtungsplätzen zählt, machen die Sternfreunde in diesem Fall gerne eine Ausnahme. Schließlich geht es darum, die Begeisterung für die uns ständig begleitenden, aber gerade im hektischen Alltag und städtischen Umfeld nur selten wahrgenommenen Naturschauspiele zu teilen.

Wichtige Hinweise für Besucher:
Der gesamte Theatervorplatz ist für die Veranstaltung reserviert und nur für die Veranstalter bzw. Teilnehmer mit Ausrüstung befahrbar.
Besucher nutzen bitte umliegende, öffentliche Parkplätze, z.B. die Tiefgarage am Stadttheater direkt unter dem Veranstaltungsplatz oder Parkplatz am Hallenbad Mitte. Siehe auch externe Seite „Parken in Ingolstadt“
Die Teleskope sowie andere Ausrüstungsgegenstände sind Privateigentum der Astronomiefreunde Ingolstadt und daher nur nach Anleitung und Aufforderung durch den jeweiligen Besitzer zu berühren oder zu benutzen.
Für Unfälle oder Schäden, die aufgrund der Beleuchtung, Beschaffenheit oder Zustand des öffentlichen Platzes durch Betreten entstehen, sind die Astronomiefreunde nicht haftbar.
Warme Kleidung und Schuhe werden empfohlen.

Hinweise für Teilnehmer:
Teilnehmer mit Teleskop etc. können den Veranstaltungsplatz direkt mit PKW befahren und werden eingewiesen. Anfahrt erfolgt über die Mauthstraße. Voranmeldung erwünscht über Kontaktformular.
Jeder Teilnehmer ist für seine mitgebrachte Ausrüstung selbst verantwortlich. Interessierte Besucher bzw. Mitbeobachter sind entsprechend einzuweisen, mögliche Unfallgefahren (Stolperfallen, scharfe Kanten etc.) sind zu beseitigen oder kenntlich zu machen.
Der Theaterplatz ist wie jeder öffentliche Platz beleuchtet; es gelten keine besonderen Lichtschutzregeln oder -Maßnahmen. Der Einsatz von Laserpointern aller Art ist grundsätzlich verboten (Ausnahme: Justierlaser im OAZ).
Stromversorgung ist möglich, aber nicht garantiert. Anfrage bitte über o.g. Kontaktformular.
Um die Veranstaltung nicht zu stören und aus Rücksichtnahme auf andere Teilnehmer wird darum gebeten, möglichst pünktlich aufzubauen und nicht vor dem bekanntgegebenen Veranstaltungsende abzubauen.

Presseinformation / PDF Einladung (ca. 979 KB)

 

Vergangene Aktionen:
1. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (09.11.2013) – Bericht und Bilder
2. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (10.03.2014) – Bericht und Bilder
3. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (28.02.2015) – Bericht und Bilder
4. Ingolstädter Sidewalk Astronomie (24.10.2015) – Bericht und Bilder
5. Ingolstädter Sidewalk Astornomie (19.03.2016) / Astronomietag – Bericht und Bilder

Tag der Astronomie in Eichstätt (06.04.2014) – Bericht und Bilder
Sonnenfinsternis in Eichstätt 21.03.2015) – Bericht und Bilder
Beobachtungsabend auf der Willibaldsburg (28.06.2015) – Bericht und Bilder

 

WAS ist „Sidewalk Astronomie“?

„We don´t make telescopes for us to use in our backyards and then go to bed.
We make simple scopes for people to use.“

Diese und andere Ideen des wohl bekanntesten Amateurastronomen John Dobson († 15.01.2014) unserer Zeit waren es, die seit den späten 1960er Jahren Sternfreunde auf der ganzen Welt inspirieren.
Ursprünglich waren es ganz persönliche Gedanken und Fragen zum Universum, die ihn in seiner langen Zeit als Mönch in San Fransisco beschäftigten und schließlich dazu brachten, sich intensiv mit der Himmelsbeobachtung zu beschäftigen. Weil er als Mönch gelobte in Armut zu leben, konnte er sich kein Teleskop kaufen. Also schliff John Dobson Flaschenböden zu Spiegeln, sammelte Pappröhren von Baustellen und alles, was er auftreiben konnte, um sich eigene Teleskope zu bauen. Statt auf eine komplizierte Montierung setzte er seine Teleskope beweglich auf einen einfachen Sperrholzkasten („rockerbox“). Dieser effiziente, kanonenähnliche Aufbau entwickelte sich schließlich zu einem Erfolgskonzept, das bis heute als „Dobson Teleskop“ in der Amateurastronomie weite Verbreitung findet.

32dobson32,5″ Dobson am BTM (Osterberg, Pfünz)

„It´s made out of garbage.“

Obwohl seine frühen Teleskope keinen übermäßig hohen Wert darstellten, Dobson sie oft als überdimensionierte Blumentöpfe oder Möbelstücke tarnte und mit der Außenwelt bald nur noch verschlüsselt kommunizierte, stellte sein Orden ihn irgendwann vor ein Ultimatum: Kirche oder Astronomie. Dobson entschied sich für Letztere und gründete schließlich 1967 die berühmten „Sidewalk Astronomers“ (Gehsteig-Astronomen) in San Francisco. Was mit einer kleinen Gruppe von Hobbyastronomen begann, die ihre Teleskope am Straßenrand aufstellten, um interessierten Passanten tiefe Einblicke in den Nachthimmel zu ermöglichen, hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Organisation entwickelt.

„I´m interested in wondering about the universe.“

Tatsächlich sind es die Freude daran, die Begeisterung für die Himmelsbeobachtung und die faszinierenden Eindrücke mit anderen zu teilen sowie der Spaß an Öffentlichkeitsarbeit, der die Gehsteig-Astronomen antreibt.
Nach diesem Vorbild und inzwischen jahrzehntealten Tradition möchten wir auch in Ingolstadt allen Menschen ermöglichen, die kraterübersäte Mondlandschaft, den Ringplaneten Saturn, Finsternisse und andere besondere Phänomene mit eigenen Augen zu erleben. Hierfür bauen wir unsere Teleskope entgegen der Gewohnheit nicht nur an den dunklen und schwer zugänglichen Orten fernab der Stadt auf, sondern direkt auf belebten Plätzen wie z.B. dem Ingolstädter Theaterplatz, Baggersee oder Klenzepark.
Auf diesem Weg zeigen wir, dass Astronomie und damit verbundene Eindrücke nicht nur einem kleinen, elitären Kreis vorbehalten sein muss, sondern mit relativ kleinem Aufwand und wenig Vorwissen für alle erlebbar gemacht werden können.
Und weil wir diesen allgemeinbildenden und kulturellen Beitrag aus langjähriger Überzeugung und Leidenschaft leisten, ist unser Angebot absolut unkommerziell und grundsätzlich kostenlos.
Einzige Bedingung für alle Interessierten ist die Bereitschaft, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen!

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Interessante Links:

John Dobson (Wikipedia)
Erding Sidewalk Astronomers (ESA)
Sidewalk Astronomers (international)