30 Mrz 2020

Raumstation ISS mit bloßem Auge und Venus in den Plejaden

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Liebe Astronomiefreunde,

wer die Raumstation ISS mit bloßem Auge am Abendhimmel sehen will, bekommt diese Woche gleich mehrmals gute Gelegenheit dazu.
Die Raumstation erscheint als auffälliges, sternförmiges Objekt am Abendhimmel und bewegt sich dabei zumeist grob von West nach Ost. Je nach Bedingungen erreicht sie eine Helligkeit, die dem Planeten Venus sehr nahe kommt, der derzeit als „Abendstern“ ebenfalls am westlichen Abendhimmel sichtbar ist. Ein Teleskop oder Fernglas wird für die Beobachtung nicht benötigt.

Am heutigen Montag (30.03.) wird die Raumstation ab 20:57 Uhr über dem Norwest-Horizont erscheinen und sehr pünkltich um 21:00 Uhr sehr hoch am Himmel wandern (68° über Nordost-Horizont). Danach bewegt sie sich weiter auf den Ost-Horizont zu, wo sie auf etwa 25° Höhe gegen 21:02 Uhr in den Erdschatten eintauchen und unsichtbar wird.

Am Dienstag (31.03.) bietet sich die nächste günstige, wenn auch relativ kurze Gelegenheit: Die Raumstation erscheint ab 21:47 Uhr tief am Nordwest-Himmel. Um 21:50 Uhr wird sie 48° Höhe in südwestlicher Richtung erreichen und dann auch unmittelbar im Erdschatten verschwinden.

Am Mittwoch (01.04.) erscheint die Raumstation um ca. 21 Uhr tief über dem Nordwest-Horizont. Um exakt 21:03 Uhr wird sie in südwestlicher Richtung eine beachtliche Höhe von 70° erreichen und sich dann weiter bis etwa 21:05 Uhr in Richtung Südost-Horizont bewegen, wo sie schließlich verschwinden wird.

Am Donnerstag (02.04.) bietet sich die beste Möglichkeit: Die Raumstation erscheint ab 20:12 Uhr knapp über dem Nordwest-Horizont und steigt dann sehr steil bis fast in den Zenit (!) auf. Sie erreicht dabei um 20:15 Uhr eine Höhe von 87° am Nordost-Himmel und wird als sehr helles Objekt weiter in Richtung südöstliche Richtung fliegen, wo sie noch bis etwa 20:19 Uhr knapp über dem Horizont verfolgt werden kann.

Diese Überflüge stellen nur eine Auswahl der besten Sichtbarkeiten dar. Mehr Daten und Informationen können im Internet unter www.heavens-above.com abgerufen werden.
Mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde (oder 7,6 km/s) benötigt die Raumstation nur 90 Minuten, um einmal die Erde zu umrunden. Dabei bewegt sie sich in einer Höhe von rund 400 Kilometern über der Erdoberfläche. So wird sie auch dann noch vom Sonnenlicht erhellt, wenn für den Beobachter auf der Erde die Sonne bereits untergegangen ist.
Noch bis Ende der Woche kann die Raumstation in unseren Breiten am Abendhimmel gesichtet werden, bevor sie eine Weile lang nicht über Deutschland beobachtbar sein wird und sich erst Ende April die Sichtbarkeit wieder in die frühen Morgenstunden verschiebt.


AllSky Aufnahme mit Langzeitbelichtung bzw. Strichspur der Raumstation ISS; Foto: Johannes Hildebrandt

„Abendstern“ Venus in den Plejaden

Ein anderes Himmelsereignis bietet aktuell unser Nachbarplanet Venus, auch als „Abendstern“ bekannt. Dieser kann derzeit mit bloßem Auge als helles Objekt am westlichen Abendhimmel gesehen werden und erscheint auf den ersten Blick wie ein auffällig heller Stern. Am Abend des 3. und 4. Aprils wird Venus sich durch den kleinen Sternhaufen der Plejaden bewegen, der als sogenanntes „Siebengestirn“ ebenfalls mit bloßem Auge erkennbar ist.
Bei klarem Himmel lohnt sich der Anblick im Fernglas! In kleineren Teleskopen erscheint Venus aktuell halbmondförmig.

Siehe auch Beitragsbild oben:
Grafische Himmelsansicht der Begegnung von Venus und Plejaden von Carina Gerlinger


Nahaufnahme der Plejaden (M45) mit Teleskop; Foto: Holger Altmann

Viel Spaß beim Beobachten und klaren Himmel wünschen

die Astronomiefreunde Ingolstadt

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