30 Okt 2016

Vor 14 Millionen Jahren schlug ein rund 1 Kilometer großer Meteorit keine hundert Kilometer von Ingolstadt entfernt auf der Erde ein. Dabei durchdrang er die Gesteinsschichten in einer Tiefe von bis zu 5 Kilometern und hinterließ einen rund 25 Kilometer großen Einschlagskrater, der die einzigartige Landschaft im heutigen Nördlinger Ries formte.

Die Astronomiefreunde hatten vor einer Woche die tolle Gelegenheit, eine geführte Tagestour im Rieskratermuseum sowie im Geopark Ries mit der stellvertretenden Museumsleiterin und Diplomgeologin Gisela Pösges zu unternehmen.
Dabei bekamen wir nicht nur theoretische Geologie- und Meteoritenkunde vermittelt, sondern konnten die faszinierenden Exponate des Rieskratermuseums besichtigen sowie in den umliegenden Geotopen unter Expertenanleitung Gesteinsproben entnehmen.
Zu den Höhepunkten im Museum zählen sicherlich das Original des bekannten Neuschwansteinmeteoriten (Fall vom 6. April 2002) sowie echtes Mondgestein, das 1972 von der Apollo 16 Mission zur Erde gebracht und als Dauerleihgabe des NASA Johnson-Space-Center an das Rieskratermuseum übergeben wurde. Schließlich haben die Apollo-Astronauten 1970 auch mehrere geologische Feldtrainings im Rieskrater als Vorbereitung für die Mondlandungen absolviert.
Der Zusammenhang zwischen Mond und Rieskrater wird überraschend deutlich, wenn man im Museum das im Rieskrater häufig vorkommende Suevit mit der Gesteinsprobe vom Mond direkt vergleichen kann.
Bei unserer Tour durch das Geotop besuchten wir verschiedene Steinbrüche und auch einen früheren Apollo-Trainingsort, wo wir schließlich selbst geologische Nachweise für den gewaltigen Impakt finden und mitnehmen konnten. Als Hilfsmittel stand uns dafür u.a. der originale Geologenhammer zur Verfügung, mit dem bereits der bekannte US-Geologe Eugene Shoemaker Anfang der 1960er Jahre an gleichem Ort Proben entnahm, um schließlich den Nachweis für einen Meteoriteneinschlag zu erbringen. Bis dahin galt das Nördlinger Ries als Landschaft vulkanischen Ursprungs.

Wir danken unserem Astronomiefreund Alex Geiss für die Organisation dieser aufschlussreichen Exkursion und besonders Gisela Pösges für die vielen allgemeinverständlichen Erklärungen und die sehr beeindruckende Führung.
Das Nördlinger Ries bzw. Rieskratermuseum in Nördlingen ist für Astronomie- und Naturfreunde in jedem Fall einen Besuch wert!

Mehr Informationen:
https://www.youtube.com/watch?v=YPRzwbnE6kI
http://www.geopark-ries.de/
http://www.rieskrater-museum.de


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